Follower

Dienstag, 16. Februar 2021

Neue Schulpolitik: Schulen befreien, Länder entmachten, Regelungskompetenz zum Bund - unsere ausführlich Analyse

Bildung ist unsere wichtigste Ressource, unsere einzige und die Corona-Zeit hat auch insbesondere in der Schulpolitik gravierende Fehlentwicklungen offengelegt. Diese Fehlentwicklungen sind längerfristiger Natur und haben sehr stark damit zu tun, dass die Schulpolitik in der Kompetenz der Länder liegt. Sie sehen das noch skeptisch? Wir haben auch sehr viel Sympathie für ein Konzept, das dezentral und näher an den Menschen ist. Die Erfahrungen, die Analyse der Organisationsstrukturen und die messbaren Ergebnisse aus Studien zeigen aber, dass diese gravierenden Probleme mit der Entscheidungshoheit der Länder verbunden sind; und genau das möchten wir Ihnen hier erläutern. Wir bitten Sie, dass Sie unsere Petition[1] mit dem schwergängigen, juristisch geprägten Titel „Die Regelungskompetenz für die Schulpolitik wird von den Kultusministerien der Bundesländer auf



[1] https://www.openpetition.de/petition/online/neue-schulpolitik-schulen-befreien-laender-entmachten-regelungskompetenz-zum-bund



Folgende Kritikpunkte haben wir in verschieden Posts unserer Bürgerinitiative schon aufgegriffen.[1] Für uns ist Schulpolitik: zu langsam, zu bürokratisch, ohne Innovation, zersplittert, intransparent, politisch statt pragmatisch an besserer Bildung orientiert, unambitioniert, unflexibel in der Budgetpolitik und im Verwaltungsapparat zu teuer. Unsere Meinung ist darüber hinaus, dass es in den handelnden Personen der Kultusminister auch an der notwendigen Kompetenz fehlt.

Wir müssen in allen Punkten schnell besser werden, schon weil die Welt sich beschleunigt. Lebenslanges Lernen ist die Voraussetzung, dass wir den Wandel in Wirtschaft, Gesellschaft und Arbeitswelt erfolgreich gestalten. Die Grundlagen für das Lebenslange Lernen mit den relevanten Kompetenzen und Skills werden in der Schule gelegt, allerdings heute noch nicht. Wir sind überzeugt, dass eine bundeseinheitliche Politik hier schneller, proaktiver und zukunftssicherer ist. Dazu gehört auch, dass wir mehr in Schulen und mehr Lehrpersonal investieren müssen.

In dem folgenden Abschnitt werden wir erst die genannten Fehlentwicklungen bzw. Probleme beschreiben und erläutern, warum das mit der Hoheit der Bundesländer für Bildungspolitik zu tun hat und wie unser Vorschlag diese Probleme lösen kann.

Die Fehlentwicklungen bzw. Probleme der aktuellen Schulpolitik sind:

Zu langsam:

In der Corona-Krise hätten die Kultusminister spätestens nach dem 1. Lockdown das Thema „Digitalisierung der Schulen“ konsequent in allen Facetten über ein Projektmanagement vorantreiben müssen, angefangen von der Bereitstellung von schnellen Breitbandanbindungen bis hin zu neuen digitalen Lernformaten. Es gab einzelne Aktivitäten, aber was helfen Laptops für Lehrer, wenn es kein WLAN in Schulen gibt? Insofern blieb es beim Stückwerk[2]. Das Ergebnis sehen wir heute. Der digitale Fernunterricht funktioniert nur dort, wo aufgrund des Engagements von Schulen, Lehrer*innen und Kommunen bei der Digitalisierung der Schulen an funktionierenden Gesamtlösungen gearbeitet wurde.

Aber schon vor Corona war Bildungspolitik zu langsam. Den Vorschlag der damaligen Bundesministerin Johanna Wanka für eine digitale Bildungsoffensive vom 12. Oktober 2016[3] brauchte 2 Jahre und 7 Monate, bis nach für uns endlosen Diskussionen der „Digitalpakt Schule“[4] zum 17. Mai 2019 in Kraft trat und gut 5 Mrd. an Fördermitteln bereitgestellt wurden.

Es gibt viele andere Themen, bei denen Bildungspolitik zu langsam ist, z. B. bei der bundesweiten Vergleichbarkeit von Abschlüssen oder der Einrichtung eines Schulfaches Informatik.

All diese Probleme würden in einem zentralen Modell, wo ein Bundesminister für Bildung abschließende Regelungskompetenz hat, sehr viel schneller gelöst. Allein den Digitalpakt hätten wir über 2 ½ Jahre früher gehabt und dann heute nicht die Probleme mit Homeschooling. Wir könnten heute, wie z. B. in Dänemark mit gutem digitalem Unterricht von zu Hause trotzt Pandemie eine gute Bildung anbieten.

Zu bürokratisch:

Versuchen Sie doch mal, im Netz Informationen über die Struktur der Schulverwaltung zu bekommen. Die Informationen dazu sind rar und man muss sich schon in das Thema reinknien, um es zu durchdringen. Organigramme, die hier Verantwortlichkeiten transparent machen würden, finden Sie nur für wenige Bundesländer. Wenn wir uns mal NRW als Bundesland mit den meisten Einwohnern anschauen, finden Sie folgende - in Bezug auf die Schulpolitik - Struktur:

Das Ministerium für Schule und Bildung ist die oberste Schulaufsichtsbehörde[5] (für die Hochschulen in NRW gibt es – anders als in anderen Bundesländern – ein gesondertes Ministerium). Daran angegliedert sind zum einen die 5 Bezirksregierungen als obere und die 53 staatlichen Schulämter als untere Schulaufsichtsbehörde. Diese Beschreibung verdeutlicht schon, dass hier die Entscheidungen top-down vom Kultusministerium in die Schulen über bis zu drei Ebenen laufen. Bis zu, denn abhängig vom Schultyp nehmen die Bezirksämter die Verantwortung der Dienst- und Fachaufsicht direkt wahr (wer mehr über die Instrumente im Verwaltungsorganisationsrecht wissen möchte, dem empfehlen wir die Erläuterungen in der Fußnote bei Wikipedia [6]), bei Gymnasien oder Berufskollegs z. B. Besonders komplex ist die Situation bei den Hauptschulen und den Schulämtern zugeordneten Förderschulen, da hier in der Dienstaufsicht (z. B. in Personalangelegenheiten) der „Anweisungsstrang“ über alle 3 o. g. Ebenen – läuft, in der Fachaufsicht aber „nur“ über 2 Ebenen ohne Einschaltung der Bezirksregierungen.

Daneben gibt es noch einige Einrichtungen, die für Weiterbildung, Lehrerausbildung und Kontrolle der definierten Qualitätsstandards für Bildung zuständig sind. Das können Sie im Link unten bei Fußnote 5 sehen.

Warum ist das bürokratisch?

Zum einen ist die Grunddenke, wir weisen was an, geben das über mehrere Ebenen nach unten, dort wird es umgesetzt und wir implementieren Kontrollmechanismen, die gewährleisten sollen, dass das eingehalten wird. Das ist vollkommen antiquiert. Unternehmen würden in Bereichen, wo es um kreative Leistungserbringung (Lehren) geht, keine mehrstufige Anweisungsorganisation einsetzen, sondern auf dezentrale Verantwortung, Einbindung (Ideen und Austausch in beide Richtungen) und motivierende Rahmenregelungen setzen. Nur so ist Geschwindigkeit sichergestellt, wird Mitdenken gefördert und im Übrigen auch die Attraktivität von Arbeitsplätzen erhöht. Nicht nur junge Menschen wollen heute nicht mehr in Anweisungskulturen ohne oder mit geringer Entscheidungskompetenz arbeiten. Und auch außerhalb von kreativen Bereichen in Unternehmen würde nicht über mehrere Stufen operativ gesteuert.

Daher sind Verwaltungsstrukturen mit bis zu drei Regelungsebenen oberhalb einer Schule ineffizient, die mittleren Strukturen reichen meist als „Durchlauferhitzer“ nur durch und für z. B. personelle Angelegenheiten braucht es keine Aufsicht, das könnten Schulen allein regeln.

Die Strukturen in den anderen Bundesländern sind in Bezug auf Schulverwaltung ähnlich, fast jedes Land hat hier gewachsene Eigenheiten. Aber das Grundmuster (top-down über zu viele Stufen z. T. wie in NRW auch geteilte Organisationsverantwortlichkeiten) ist überall vergleichbar.

Exemplarisch für das Verwaltungshandeln in diesen Strukturen möchten wir den bayerischen Kultusminister Michael Piazolo nennen, der sich vor den Sommerferien 2020 dafür gelobt hat, dass sein Ministerium in der Corona-Zeit gut 100 E-Mails mit insgesamt 1500 Seiten in Richtung Schulen geschrieben hat. Wer das wohl gelesen oder verstanden hat? Das Beispiel zeigt für uns exemplarisch (in den anderen Bundesländern ist es ähnlich), wie abgekoppelt von den Bedürfnissen von Lehrern, Eltern und Schülern in diesen Strukturen agiert wird und eine Dienstleistungskultur der oberen Behörden nicht vorhanden ist.

Eine Zentralisierung der Bildungspolitik würde die Chance bieten, ein neues Organisationskonzept für Schulen gleich mit einzuführen, bei dem zentral nur noch wenig geregelt wird und die Schulen weitgehende Freiheiten bekommen. Es braucht den Hebel Zentralisierung für diesen Kraftakt einer Verwaltungsreform. Im bestehenden, föderalen System wird sich aus unserer Sicht nichts ändern.

So gut wie keine Innovation:

Wer zu langsam und zu bürokratisch ist, der kann auch nicht innovativ sein. Ablesbar ist das an den digitalen Skills unserer Schüler*innen, der digitalen Lehrkompetenz, dem Nutzungsgrad von digitalen Lernmitteln, digitalen Lernplattformen oder inwieweit Lehrer*innen in neuen Formaten wie Projektarbeit arbeiten. Internationale Vergleiche zeigen, dass wir in Deutschland höchstens mittlere Plätze einnehmen, bei manchen Fragen aber auch fast Schlusslicht sind[7].

Die Situation ist aus unserer Sicht hier zwischen den Schultypen unterschiedlich, die Berufsschulen/Berufskollegs sehen wir hier vorne, Gymnasien hinten. Das Bild, das wir von Schule haben mit zu viel Frontalunterricht, analogen statt digitaler Medien, ist aber für die meisten Schulen noch vorherrschend und wie gesagt: Wir sind viel zu spät. Länder wie Dänemark, die Vorreiter in der Digitalisierung der Schulen sind, sind im Übrigen auch besser durch die Corona-Krise gekommen.

Insgesamt bereiten unsere Schulen aber zu wenig auf die Zukunftskompetenzen vor, die wir in der digitalen Welt brauchen (wie Problemlösungsfähigkeit, digitale Grundkompetenzen). Bürokratie, der Partikularismus in Verbindung mit der Gefahr eines dramatischen Lehrermangels gefährden die Neuausrichtung der Schulen.

Zersplitterte Politik und Systeme

Die Corona-Zeit hat offensichtlich gemacht, dass in Bildungsthemen jedes Land sein eigenes Süppchen kocht. Warum es bei einem Virus, das an Bundeslandesgrenzen keinen Halt macht und keine spezifischen Mutationen nach Ländern ausprägt, unterschiedliche Hygienekonzepte gibt, die Frage „Tragen von Masken im Unterricht“ unterschiedlich beantwortet wird oder warum man es nicht schafft, einen gemeinsamen Kriterienkatalog zu erarbeiten, ab welcher Inzidenz gelten welche Schutzmaßnahmen für Lehrer*innen und Schüler*innen, ist nicht nachvollziehbar. Dies hat aber viel damit zu tun, dass Landespolitiker meinen, durch spezifische Regelungen eine Daseinsberechtigung zeigen zu müssen. Wer für ein überall gleich gefährliches Virus so unterschiedliche Maßnahmen umsetzt, gefährdet aus unserer Sicht die Glaubwürdigkeit und Akzeptanz von Politik.

Zersplittert und nicht vernetzt sind aber auch die Systeme. Warum hat eigentlich jedes Bundesland an eigenen Lösungen für Cloud-Systeme oder Lernplattformen gearbeitet, anstatt diese Systeme einheitlich zu beauftragen und den Schulen einheitlich bereitzustellen. Dass der weitere Fehler war, diese Systeme eigenständig aufzubauen, anstatt sie einzukaufen ist ein weiteres Problem. Wie man aktuell sieht, funktionieren diese schlecht bis gar nicht, so dass dann doch wieder auf die bekannten privaten Lösungen zurückgegriffen wird. Jetzt eine rhetorische Frage: Gibt es ein Unternehmen, das bundesweit agiert, das ihre IT-Systeme nach Landesgrenzen unterschiedlich gestalten würde….

Das Ergebnis dieses zersplitterten Handels ist neben schlecht performanten Systemen auch antiquierte Systeme. Schauen Sie sich doch auch mal den Stellenfinder in NRW an[8]! Schon die Startseite ist trist und dann wird man auf verschiedene Systeme weiter geleitet mit lustigen Namen wie VERENA, LEO, OLIVER oder LOIS. Hier gibt kein einheitliches, sondern auch wieder ein zersplittertes System. Gehen Sie dann vielleicht mal auf LEO. Das alles ist vom Look and Feel antiquiert, von den systemischen Prozessen zu langwierig. In Unternehmen kennt man die Abbruchraten in einem Online-Bewerbungsprozess, der zu lange dauert und wie ein Recruitingportal aufgebaut sein sollte, damit Kandidaten sich überhaupt dort bewerben.

Schon aufgrund der demografischen Entwicklungen gehen in den nächsten 10 Jahren immer mehr Lehrer*innen in den Ruhestand. Durch Stress, Burn-out aus der Corona-Zeit wird sich die Zahl der dienstunfähigen Lehrer*innen erhöhen und gleichzeitig befürchten wir, dass die Arbeitgeberattraktivität von Schulen weiter massiv gelitten hat; wenn dann noch antiquierte Recruiting-Portale dazu kommen, ist der dramatische Lehrermangel vorprogrammiert. Da es keine übergreifenden Personalwirtschaftssysteme gibt, findet eine qualitative Personalplanung nicht statt, die hier eine fundierte Grundlage für ein Gegensteuern bieten würde (mehr zu dem Punkt auch unter „Keine Transparenz“).

Zentrale Verantwortlichkeit in der Bildungspolitik bietet die Chance, Systeme, Software, Plattformen einheitlich einzukaufen, bereitzustellen und damit auch die Steuerungsmöglichkeiten der Organisation zu verbessern – oder in weiten Teilen sogar erst zu ermöglichen. Auf jeden Fall würden wir auf Basis einer qualitativen Personalplanung schnell sehen, dass wir mehr und in welchen Regionen und Fächern konkret zusätzlich in Personal investieren müssen.

Keine Transparenz, mangelnde Datenqualität

Zersplitterte und nicht vernetzte Systeme führen in der internen Steuerung einer Organisation dazu, dass man z. B. keinen aktuellen Überblick über Personaldaten hat, und dass man Daten „händisch“ melden und danach „zusammenbauen“ muss.  Es besteht keine Transparenz über wesentliche Daten: Personalbestände, Daten zu Skills und Alter der Lehrer*innen, Krankheitstage, Ausfallzeiten durch Corona, Bewerber*innen nach Fächern usw. Aber auch außerhalb von Personalsystemen: Die Frage, wie viel der Mittel aus dem Digitalpakt Schule abgerufen wurden, führt regelmäßig zu Hektik in den o. g. Behörden (Sammeln, nach oben melden, zusammenbauen), oder wie viele Luftreiniger in Schulen vorhanden sind oder wie viel Corona-Fälle es in den Schulen gibt, usw.…

Schon in ruhigen Zeiten können Organisationen so nicht geführt werden, für Krisenzeiten ist das tödlich.

Neben der technisch bedingten Intransparenz haben sich in der Corona-Krise die Kultusminister aber auch durch eine besondere politische Intransparenz ausgezeichnet. Die Beschlüsse der Kultusministerkonferenz – z. B. zum Präsenzunterricht als Regelbetrieb in der Sommerpause 2020 – wurden kaum begründet, mit zweifelhaften Studien belegt und eine Aufstellung von Pros und Cons dieser Strategie, mit der man das besser hätte nachvollziehen können, hat nicht stattgefunden.

Wir sind sicher, dass die Regelungskompetenz in den Ländern auch mit ursächlich dafür ist, dass man mit dieser Politik der Intransparenz durchkommen kann. Solange Schulpolitik ein Thema auf Landesebene ist, wo politische Themen weniger öffentlich wirksam, weniger von Medien kritisch begleitet wird, fehlt der Veränderungsdruck und die Parteien sehen Bildung als Nebenthema.

Würde Bildungspolitik auf Bundesebene entschieden, hätten wir hier mehr Druck auf Transparenz und eine nachvollziehbare Politik.

Mangelndes Ambitionsniveau

Unser Eindruck ist: Abseits der großen Bundespolitik kann man eher mit Mittelmäßigkeit durchkommen. Der PISA-Schock Anfang des Jahrtausends hat die Schulpolitik nur mittelfristig aktiviert. Mittlerweile kommen wir in den PISA-Studien nicht voran, Mittelmaß scheint der Maßstab zu sein und in dem für die Zukunft so wichtigen Fach Mathematik werden wir schlechter und im Bereich „Digitale Schule“ sieht es ja noch schlechter im internationalen Vergleich aus.

Es findet auch kein konsequentes Lernen voneinander statt. Was machen die Bayern und Sachsen eigentlich besser als viele andere Länder in der Schulpolitik? Haben Sie schon mal ein Antwort Ihres Kultusministers bekommen, wie man den Rückstand aufholen möchte, der sich z. B. aus dem Bildungsmonitor des „Instituts Neue Soziale Marktwirtschaft“ ergibt?[9]  Stattdessen ist man in politischen Grundsätzen verhaftet, statt pragmatisch zu beantworten, wie man Schulen besser macht.

Chancengleichheit wird oft als politisches Ziel ausgegeben, gerade in der Corona-Krise als Argument für den Präsenzunterricht. Wenn man aber auf Zahlen schaut, dann hat sich Chancengleichheit in den letzten Jahren laut Untersuchungen der OECD in Deutschland zwar verbessert, ist aber immer noch unterdurchschnittlich. Unserer Sicht nach finden wir das schon politisch nicht in Ordnung. Daneben vergeben wir aber auch Potenziale, die wir auf dem Arbeitsmarkt mit dem Ausphasen der Babyboomer vom Arbeitsmarkt in die Rente dringend brauchen können. Von der Missachtung der als eminent wichtig postulierten Integrationsfunktion des Bildungssystems bei einem aktuellen Bevölkerungsanteil von 26% Menschen mit Migrationshintergrund ganz zu schweigen!

Ein bundesweit für die Schulpolitik verantwortlicher Minister könnte die Arbeit z. B. mit dem Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung besser vernetzen und proaktiver gestalten. Unserer Meinung nach würde auch der stärkere mediale Druck dafür sorgen, dass ein anderes Ambitionsniveau in der Schulpolitik verfolgt würde und dazu führen würde, dass Schulpolitik in Bundestagswahlen und in der strategischen Ausrichtung der Parteien stärker berücksichtigt würde.

Starre Budgetierung

Hinderlich ist auch das Budgetierungsmodell. Die Kultusminister bekommen Geld im Rahmen der Finanzplanung der Länder. Das ist im Grundsatz auch ok, aber für Sonderprobleme ist dann kein Geld da oder muss – vom Bund – erst „organisiert“ werden. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum in der Corona-Zeit zu stark auf Basis von Kosten argumentiert wurde. Luftreiniger kosten – geschätzt eine Mrd. für alle Schulen. Dass man damit Schulen sicherer gemacht hätte für den Präsenzunterricht, Infektionsketten verhindert hätte, Ausfallzeiten von Lehrer*innen und vermutlich sogar das Ansteigen der Infektionszahlen nach dem Lockdown-Light im November deutlich verringert hätte, all diese Argumenten wurden nicht betrachtet. Der Versuch, neben Kosten auch Nutzenargument abzuwägen, wurde erst gar nicht unternommen.

Aus unserer Sicht würde auch für diese Probleme ein zentraler Ansatz helfen, schneller an Geld für Sonderausgaben zu kommen und für Budgetprobleme schneller Lösungen zu finden. Die Corona-Zeit hat eindrucksvoll gezeigt, wie schnell der Bund hier sein kann.

Zu teuer in der Verwaltung

Mit einheitlichen Systemen, schlankeren Organisationen in der Verwaltung, schnelleren Entscheidungen und einer stringenteren Bildungspolitik hätten wir im Übrigen auch viele finanzielle Ressourcen frei, die für bessere Schulpolitik eingesetzt werden könnten. Unsere Erfahrung ist, dass über einen 10-jährigen Prozess der Transformation sicher bis zu 50 Prozent von Personal- und Sachkosten in dem Sinne umgewidmet (von den Behörden zu den Schulen) werden könnten.

Notwendige Kompetenzen und Fazit

Unsere Bürgerinitiative hatte im vergangenen Herbst eine Ausschreibung aller Kultusminister als Text vorbereitet[10]. Wir wollten damit darauf aufmerksam machen, welche hohen Anforderungen an dieses Amt geknüpft sind, wenn man Bildungspolitik als erfolgskritisch für unser Land und unsere Wirtschaft einschätzt und die Veränderungsthemen in Schulen sieht. Auch das haben wir in dem Profil der Ausschreibung abgebildet. Im Hintergrund spielte auch eine Rolle, dass wir bei allen 16 Kultusministern in den Ländern diese Kompetenz nicht sehen, diese Veränderungen anzuführen und Bildungspolitik zu dem wichtigen Thema zu machen, das es (eigentlich) ist. Wenn das von uns beschriebene Anforderungsprofil aber richtig ist, wie kommen wir dann zu ausreichend qualifizierten Kultusministern? Aber selbst, wenn es gelingen würde, findet man dann 16, die es könnten? Bessere Chancen hätte man in jedem Fall, wenn man nur einen Posten besetzten müsste und der neue Bundesminister mit umfassender Kompetenz dann den dringend erforderlichen Wandel in der Schulpolitik umsetzen könnte.

Bitte unterstützen Sie unsere Initiative! Wir möchten neben der beabsichtigten Reform die Diskussion in einer breiten Öffentlichkeit darüber führen, wie wichtig gute Schulpolitik ist und was wir jetzt angehen müssen. Schulpolitik muss ein Hauptthema für die Bundestagswahl im September werden.  



[9] Hier die Infos zum INSM-Bildungsmonitor https://www.insm-bildungsmonitor.de/

Unsere Petition zur neuen Schulpolitik: Schulen befreien, Länder entmachten, Regelungskompetenz zum Bund

Was wir ändern wollen

Im Vergrößerungsglas der Corona-Krise wurden mittelfristige Fehlentwicklungen in der Schulpolitik offensichtlich. Diese sind längerfristiger Natur und haben sehr stark damit zu tun, dass die Regelungskompetenz für die Schulpolitik in den Ländern liegt. Die juristisch geprägte Formulierung unserer Petition (Fußnote 1 führt sie zur Petition[1]) lautet daher:

„Die Regelungskompetenz für die Schulpolitik wird von den Kultusministerien der Bundesländer auf ein professionalisiertes Bundesministerium für Bildung und Forschung konzentriert.“ 



Unsere Bürgerinitiative möchte folgende Probleme mit unserer Gesetzesinitiative ändern: Schulpolitik muss schneller und unbürokratisch werden, zukunftsfähige Bildung vermitteln, einheitlich in den Systemen und pragmatisch werden; an den Besten bzw. Vorreitern ausgerichtet.

Wir müssen in allen Punkten schnell besser werden, schon weil die Welt sich beschleunigt. Lebenslanges Lernen ist die Voraussetzung, dass wir den Wandel in Wirtschaft, Gesellschaft und Arbeitswelt erfolgreich gestalten. Die Grundlagen für das lebenslange Lernen mit den relevanten Kompetenzen und Skills werden in der Schule gelegt, allerdings heute noch nicht. Schule bereitet kaum auf das Leben heute vor und schon gar nicht auf den zukünftigen Wandel. Wir sind überzeugt, dass eine bundeseinheitliche Politik hier schneller, reaktiver und zukunftssicher ist. Dazu gehört auch, dass wir mehr in Schulen und mehr Personal investieren.

Eine ausführliche Analyse und Begründung inkl. dem Verweis auf die relevanten Studien finden Sie im Blog sozusagen nebenan oder über den Link in der Fußnote[1]. Die wichtigsten Punkte, die wir ändern wollen, sind:

Die Schulpolitik muss schneller und damit handlungsfähig werden

Die Corona-Krise hat offenbart, wie langsam und schwerfällig die Schulbürokratie ist. Viel zu lange hat auch der Digitalpakt Schule gedauert, von der ersten Vorstellung eines Konzeptes durch die damalige Bundesministerin Johanna Wanka für eine digitale Bildungsoffensive vom 12. Oktober 2016[2] brauchte es 2 Jahre und 7 Monate, bis nach für uns endlosen Diskussionen der „Digitalpakt Schule“[3] zum 17. Mai 2019 in Kraft trat und gut 5 Mrd. an Fördermitteln bereitgestellt wurden. 

Es gibt viele andere Themen, die mit einer Regelungskompetenz im Bund besser würden, z. B. bei der bundesweiten Vergleichbarkeit von Abschlüssen oder der Einrichtung eines Schulfaches Informatik.

Bürokratie abbauen

Die Schulbürokratie ist historisch gewachsen, grundlegende Reformen haben nicht stattgefunden. Die Bürokratie im System behindert und verzögert die erforderliche Neuausrichtung des Schulsystems. In den Ländern gibt es - unterschiedlich zwischen den Schultypen - meist 2 oder 3 Behörden, die Schulen fachlich und dienstlich führen bzw. steuern. Daneben gibt es noch sehr viele Einrichtungen. Mit unserer Initiative möchten wir die Verantwortlichkeiten im Bund bündeln und gleichzeitig über die damit angestoßene Reformdebatte die heute existierenden Behörden reorganisieren. Im Ziel sollen zwischen Schulen und der neuen Bundesbehörde keine weiteren Behörden mehr sein, Schulen werden in vielen Bereichen von der Anweisungskultur befreit, die neuen Behörden übernehmen und bündeln Dienstleistungen für die Schulen, z. B. professionelles Recruiting.

Einheitliche Politik und einheitliche Systeme

Die Corona-Zeit hat offensichtlich gemacht, dass in der Schulpolitik jedes Land seine eigenen politischen Interessen verfolgt. Die föderale Struktur hat es in der Schulpolitik trotz des überall gleich gefährlichen Virus nicht mal geschafft, bundesweit einheitliche Hygieneregeln abzustimmen, ganz zu schweigen von einem gemeinsamen Handlungskatalog, der an eindeutige Inzidenzwerte gekoppelt wäre. Diese Zersplitterung ist für Bürger zu Recht nicht nachvollziehbar und gefährdet die Glaubwürdigkeit der Politik.

Unsere Initiative soll sicherstellen, dass eine einheitliche Schulpolitik die bestehenden Probleme schnell angeht, orientiert an den Vorbildern der besten Bundesländer und ausländischen, innovativen Länder.

Wir möchten durch eine bundesweite Politik auch die Zersplitterung der IT-Systeme aufheben und vereinheitlichen.

Schulbildung zukunftsfähig machen

Für das lebenslange Lernen müssen wir schon in den Schulen die Zukunftskompetenzen entwickeln (wie Problemlösungsfähigkeit, digitale Grundkompetenzen). Schulen heute sind noch zu sehr in traditionellen Lehrformaten und Inhalten verhaftet. Das hat auch damit zu tun, dass wir zu wenig in Schulen und ausreichend Lehrpersonal investieren. Wir könnten viel von Beispielen aus dem Ausland lernen. Ein systematisches Lernen von diesen Best Practices findet nicht statt. Ein Lernen von den Besten soll pragmatisch erfolgen anstelle des Festhaltens an politischen Grundsätzen, die unsere Schulpolitik lähmt.

Begründung

Bildung ist unsere wichtigste Ressource, unsere einzige. Als Land, das von der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und daher Bildung erheblich abhängt, schafft die Schulpolitik die Voraussetzungen, dass wir unseren Wohlstand erhalten und den ökologischen und digitalen Wandel der Wirtschaft schaffen können.

Das Gezerre um den Digitalpakt zeigt im Übrigen besonders deutlich, warum wir die Regelungskompetenz auf Bundesebene verlagern sollten: Hätten wir schon vor 5 Jahren die Schulpolitik auf Bundesebene gehabt, wäre ein Digitalpakt Schule viel früher umgesetzt worden und wir hätten heute keine Probleme im Homeschooling bzw. Fernunterricht und könnten dem Präsenzunterricht eine funktionierende Alternative gegenüberstellen. In einer sich beschleunigenden Welt sind diese langwierigen politischen Abstimmungsprozesse nicht mehr tragfähig.

Daneben hemmt uns die aktuelle Schulbürokratie und mit einer Verlagerung der Schulpolitik auf die Bundesebene hätten wir die Chance und den Anlass zu einer grundlegenden Verwaltungsreform für die Schulen. Etwas vereinfacht arbeitet die Schulbürokratie so: Wir weisen was an, geben das über mehrere Ebenen nach unten, dort wird es umgesetzt und wir implementieren Kontrollmechanismen, die gewährleisten sollen, dass das eingehalten wird. Das ist vollkommen antiquiert. Unternehmen würden in Bereichen, wo es um kreative Leistungserbringung (Lehren) geht, keine Anweisungsorganisation einsetzen, sondern auf dezentrale Verantwortung, Einbindung (Ideen und Austausch in beide Richtungen) und motivierende Rahmenregelungen setzen. Nur so ist Geschwindigkeit sichergestellt, wird Mitdenken gefördert und im Übrigen auch die Attraktivität von Arbeitsplätzen erhöht.

Zentrale Verantwortlichkeit in der Bildungspolitik bietet auch die Chance, Systeme, Software, Plattformen einheitlich einzukaufen, bereitzustellen und damit auch die Steuerungsmöglichkeiten der Organisation zu verbessern – oder in weiten Teilen sogar erst zu ermöglichen.

Jedes Bundesland hat eigene IT-Systeme und die Vernetzung der Behörden untereinander ist sehr schlecht. Zersplitterte und nicht vernetzte Systeme führen in der internen Steuerung einer Organisation dazu, dass man z. B. keinen aktuellen Überblick über Personaldaten hat und dass man Daten „händisch“ melden und danach „zusammenbauen“ muss. So gibt es keine leicht verfügbare qualitative Personalplanung, mit der man wüsste, in welchen Regionen und Fächern wir besonders in Personal investieren müssten.

Alle relevanten Studien zeigen, dass unsere Schulen im internationalen Maßstab nur bzw. höchstens mittelmäßig sind und in der Vermittlung digitaler Skills eher weit hinten; geradezu gefährlich ist, dass wir im Bereich Mathematik sogar schlechter werden. Wer in der zukünftigen digitalen Arbeitswelt einen Platz finden will, braucht ein solides Fundament in Mathematik. Im Übrigen sind wir auch schlecht in Bezug auf die Chancengleichheit im Schulsystem. Aus unserer Sicht ist das eine Verschwendung von Ressourcen – natürlich ist das auch weder mit unseren ökonomischen Interessen noch mit unseren moralischen Werten vereinbar.

Ein bundesweit für die Schulpolitik verantwortlicher Minister könnte die Arbeit z. B. mit dem Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung besser vernetzen und proaktiver gestalten. Unserer Meinung nach würde auch der stärkere mediale Druck auf Bundesebene dafür sorgen, dass ein anderes Ambitionsniveau in der Schulpolitik verfolgt würde und dazu führen würde, dass Schulpolitik in Bundestagswahlen und in der strategischen Ausrichtung der Parteien stärker berücksichtigt würde.

Aus unserer Sicht würde ein zentraler Ansatz helfen, schneller an Geld für Sonderausgaben zu kommen und für Budgetprobleme schneller Lösungen zu finden. Während die Kultusminister der Länder alle sinnvollen Investitionen z. B. in Luftreiniger verhindert haben, mit Blick auf Kosten (anstatt auch auf den Nutzen sicherer Arbeitsplätze zu schauen), hat die Corona-Zeit eindrucksvoll gezeigt, wie schnell der Bund sein kann im Bereitstellen von Unterstützungsleistungen. Dass wir auch auf der Bundesebene hier besser werden müssen, ist klar. Aber dann muss man nur einmal lernen und besser werden und nicht in 16 Ländern. 

Das systematische Lernen von Best Practices im In- und Ausland hat im föderalen System unseren Ansicht nach nicht stattgefunden. Auch hier bietet die Zentralisierung in Richtung Bund Chancen, professioneller und effizienter auszuwerten und zu lernen, was z. B. in skandinavischen Ländern in der Schulpolitik besser läuft als bei uns.  

Bitte unterstützen Sie unsere Initiative! Wir möchten neben der beabsichtigten Reform die Diskussion in einer breiten Öffentlichkeit darüber führen, wie wichtig gute Schulpolitik ist und was wir jetzt angehen müssen. Schulpolitik muss ein Hauptthema für die Bundestagswahl im September werden. 


Freitag, 8. Januar 2021

Ein Verriss der deutschen Schulpolitik

Bildung ist unsere wichtigste Ressource, unsere einzige. In dem Podcast aus der Reihe „Der achte Tag“ der Redaktion PioneerOne mit dem Gründer unserer Bürgerinitiative können Sie hören, was uns da umtreibt[1]. Die Corona-Zeit hat auch hier das Brennglas auf die gravierenden Fehlentwicklungen gelegt. In dem Sinne ist auch dieser Beitrag sehr kritisch, ein Meinungsbeitrag, ein Verriss der deutschen Schulpolitik.


Für die Nicht-Abonnenten des Podcasts kurz zusammengefasst: Unsere Schulen sind im internationalen Vergleich Mittelmaß in der Qualität, Schlusslicht in der Digitalisierung, kein Motor für Chancengleichheit und damit verschenken wir als Gesellschaft ungenutzte Potenziale. Schule bereitet kaum auf das Leben heute und auch nicht auf das lebenslange Lernen und das Leben morgen in der digitalen Welt vor und ist auch weit weg von dem Anspruch der UNESCO: „Bildung ist der Schlüssel zu individueller und gesellschaftlicher Entwicklung“[2]. Und als Wirtschaftsstandort, als immer noch führender Industriestandort können wir uns diese Mittelmäßigkeit und den verschlafenen digitalen Wandel nicht erlauben.



Schule lebt in einer analogen Blase

Wenn wir auf die deutsche Situation schauen, ist unser Bild: Schule bewegt sich in einer analogen Blase, abgekoppelt von wichtigen gesellschaftlichen Entwicklungen, in der Politiker, Gewerkschafter, Lehrerlobbyisten dafür gesorgt haben, dass – im Gegensatz zu den oft formulierten politischen Ansprüchen - Schule nicht Veränderungen in der Gesellschaft vorantreibt, sondern sich davon entkoppelt hat. Auch haben die genannten Gruppen ihren Anteil, dass wir bei der Digitalisierung der Schulen so weit zurück sind. Gerade in der Corona-Zeit hatten wir den Eindruck, dass es mehr um Unterbringung von Kindern als um die Frage geht, wie man unter Corona-Bedingungen einen hochwertigen „Bildungsbetrieb“ am Laufen halten kann, in dem Kinder und Lehrer möglichst sicher lernen und lehren können.

Während sich der Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft beschleunigt, hält die Veränderung in der Bildungspolitik gerade in den Schulen nicht Schritt. Es dauert einfach alles viel zu lange. So wurde der erste Entwurf einer digitalen Bildungsoffensive viel zu spät in 2016 [3] vorgestellt, gut drei Jahre später (sic!) wurde ein verändertes Konzept 2019 als Digitalpakt Schule beschlossen und in 2020 merkt man dann (vermutlich erst durch Nachfrage), dass kaum Mittel abfließen. Das liegt auch daran, dass wir nicht ausreichend in die Schulen investieren. Die Integration der Flüchtlinge, die Umstellung auf Inklusion und das lebenslange Lernen stellen fundamental neue Herausforderungen an die Art zu Lehren. Lehrer*innen wurden und werden auf diese Veränderungen nicht ausreichend vorbereitet – und schon gar nicht rechtzeitig. Nachvollziehbar, dass die Digitalisierung in den Schulen geschoben wurde. Für uns ist auch klar: Es geht auch um ein Mehr an Personal.

 

Die Transformation der Schulen ist die schwierigste Transformation, die ich kenne

Das Kind ist in den Brunnen gefallen und so leicht bekommen wir es nicht mehr heraus. Neben den oben genannten Problemen hat das Schuljahr 2020 die Belastung bei Lehrer*innen insoweit verschärft, dass nach einer Umfrage der DAK vom letzten Oktober ein Viertel der Lehrer*innen regelmäßig erschöpft ist und Burnout-Symptome zeigt [4]. Der Beruf Lehrer ist in der Top-Liste für Berufs- (Dienst-)Unfähigkeit. Aber anstatt sich um Belastung der Lehrer*innen zu kümmern und um die Sicherheit der Arbeitsplätze, werden Lehrer „Beauftrage für das Querlüften“. In unserem persönlichen Umfeld erleben wir auch bei sehr motivierten Lehrern mit viel Herzblut eine Resignation und schleichende Demotivation. Es gibt noch leider keine Studien dazu, aber die Arbeitgeberattraktivität von Schulen bzw. des Berufs Lehrer dürfte im Corona-Jahr massiv gelitten haben. Und bitte diesen Artikel nicht als Lehrerbashing verstehen – wir möchten genau das Gegenteil erreichen.

Wir werden in den bestehenden Strukturen den dringend benötigten Wandel zu einer guten Bildungspolitik, bei der auch Schulen wieder attraktiv als Arbeitgeber werden, nicht schaffen. Wie in der Wirtschaft und den Unternehmen auch, brauchen wir ein Transformationsprojekt Schule.

Wann werden die Arbeitgeber und deren Lobbyvereinigungen wach, hier mehr Druck zu machen?

Bildungspolitik braucht auch ein agiles Konzept und Menschen, die das vorantreiben und die erforderlichen Kompetenzen dafür haben. Und wie in Unternehmen auch geht es dabei nur am Rande um neue Technologien, sondern um Qualität von Führung, neue Kompetenzen, eine radikal andere Organisation, mehr Ressourcen und die Aktivierung der Veränderungsbereitschaft. Und zusammen mit der oben beschriebenen Stimmung in Schulen ist diese Transformation die schwierigste, die wir kennen.

In einem späteren Post werden wir Ideen zu einem neuen Organisationskonzept vorstellen – angefangen bei den Kultusministerien, über die Schulbehörden bis zu den Schulen selbst. Für diesen Neuanfang brauchen wir auch neue Kultusminister. Die Liste der Fehler ist zu lang und wir sehen bei den handelnden Akteuren nicht die Bereitschaft und die Kompetenz, einen solchen Neuanfang einzuleiten oder ihn glaubhaft vorleben zu können. Aus unserer Sicht haben sich die Kulturminister in ihrer Strategie mit der Mittelmäßigkeit der Schulbildung abgefunden und das Gemeinwohl vernachlässigt; in der Corona-Zeit hatte Pöstchen-Sicherung und das Vertuschen von Fehlern die höchste Priorität. Und die aktuellen Minister werden die Probleme einfach weiter aussitzen. 

Es ist nicht fünf vor, sondern weit nach zwölf.

 

Dienstag, 24. November 2020

Unser Baukasten für die Halbierung der Schulklassen!

Jetzt sind wir 3 Wochen im Wellenbrecher-Lockdown. Das exponentielle Wachstum wurde durchbrochen, ein Absinken der Neuinfektionen blieb aber aus und wir sind immer noch weit weg von einer (schon hohen) Zielinzidenz von unter 50. Daneben gibt es neue Erkenntnisse zum Infektionsgeschehen. Auf der einen Seite zeigt eine Studie einer Gruppe von Virologen um Sandra Ciesek, dass die Infektionsgefahr in Kitas sehr gering zu sein scheint [1]. Auf der anderen Seite steigen die Infektionszahlen von Kindern und Jugendlichen absolut und relativ zu den anderen Altersgruppen mittlerweile stark an. Wir sehen im Übrigen gerade in Österreich, wo der Lockdown die Schulen umfasst, dass die Infektionszahlen deutlich runter gehen. Und da die Kinder in der Infektionskette am Schluss „dran“ sind, brauchen wir Lösungen, die mindestens bis Ende 2021 reichen. 

Zur Vorbereitung der nächsten Corona-Runde im Kanzleramt am kommenden Mittwoch diskutieren die Länder für die Schulpolitik gerade eine Halbierung der Klassen. Das RKI hat schon seit dem 12.12. eine Halbierung der Klassen bei einer Inzidenz über 50 empfohlen und Lothar Wieler sagte in der Pressekonferenz des RKI in der vergangenen Woche auf Nachfrage, dass man das Infektionsgeschehen in den Schulen managen könnte. Das sehen wir auch so und in diesem Post möchten wir zeigen, dass es gehen kann, wenn man den Schulen die Flexibilität lässt, eigene Lösungen zu finden. 


Was bedeutet dann Halbierung konkret, wie kann das gehen? Wichtig ist zu verstehen, dass es keine Standardmodelle für alle geben kann. Dazu sind die Schultypen zu unterschiedlich, das soziale Umfeld und vielleicht auch die Übertragungsrisiken nach Alter der Jugendlichen. Wenn man der o. g. Studie folgt, könnten Kitas im vollen Präsenzbetrieb bleiben. Dass man dennoch mit Luftfiltern die Übertragungsrisiken verringern sollte, halten wir für selbstverständlich. Eine gute Übersicht über Konzepte dazu bietet das Interview mit Prof. Christian Kähler bei Spiegel Online[2].

Daneben kann man die Schultypen und Altersgruppen danach clustern, wie betreuungsintensiv der Unterricht ist. Eine hohe Betreuung sehen wir bei Kitas, Sonderschulen und weiterführenden Schulen bis einschließlich der 6. Klasse. Ab der 7. Klasse können Schüler*innen grundsätzlich allein auch von zu Hause dem Unterricht folgen. Grundsätzlich deshalb, weil in Schulen in einem sozialen Umfeld, wo Kinder zu Hause kein Internet, keine Hardware, keine Ruhe zum Lernen haben oder aus prekären Verhältnissen kommen, dies für uns auch betreuungsintensiv ist und deshalb für diese Schulen gesonderte Lösungen gebraucht werden.

Für die Halbierung des Unterrichts sehen wir ab der 7. Schulklassen 3 Modelltypen. Wir verstehen diese Modelle als Bausteine, die entsprechend den Voraussetzungen kombiniert und variiert werden können. Flexibilität ist das Gebot der Stunde und keine Standardmodelle und eben nicht ein Entweder-oder, das die aktuelle Diskussion leider prägt. 


Hybrid-1:

Dieses Modell haben wir oft beschrieben, zuletzt hier https://schulefueralle.blogspot.com/2020/11/so-geht-schule-mit-gesundheitsschutz.html

Im Kern geht es um einen Parallelbetrieb von Präsenz- und Online-Unterricht über Videokonferenz- und Social-Collaboration-Tools. In den Präsenzunterricht sollen dann genau die Schüler*innen kommen, die eine hohe Betreuung brauchen.

Die Grenzen dieses Modells liegen zum einen in der technischen Ausstattung der Schulen mit WLAN, Hardware, breitbandigen Anschluss (genauer im Link oben). Auch wenn Schulen heute nicht die technischen Voraussetzungen haben, sollten Sie dennoch dieses Modell als Plan B konsequent weiter vorbereiten, weil es eine sehr gute Vereinbarkeit von guter Bildungspolitik, Betreuung und Gesundheitsschutz ermöglicht und die Investitionen in Technik sowieso für die Digitalisierung der Schulen gebraucht werden und daher nicht verloren sind. 

Eine weitere Einschränkung hat dieses Modell in Schulen mit einem schwierigen sozialen Umfeld. Wenn mehr als 50 Prozent der Schüler*innen im o. g. Sinne betreuungsintensiv sind, dann muss der Ansatz um das Hybrid-2-Modell ergänzt werden.

Hybrid-2:

Dieses Modell basiert auch auf der Idee des Parallelbetriebs. Es bietet eine Lösung für die o. g. Beschränkungen (technische Voraussetzungen fehlen und hohe Betreuungsintensität).
Die Lösung liegt darin, indem Lehrer*innen von zu Hause unterrichten. Dort wird bis auf wenige lösbare Einzelfälle ein Onlinezugang vorhanden sein (hier reichen auch Anschlüsse mit geringer Bandbreite) und ein Rechner. Der Lehrer überträgt dann wie in Hybrid 1 den Unterricht in die Schule, wenn dort die technischen Lösungen vorhanden sind. Für die Schulen, wo die technischen Voraussetzungen nicht da sind oder die o. g. 50 Prozent-Grenze überschritten wird, wird der Unterricht in Konferenzräume von Hotels, Konferenzanbietern, Kirchen, der Gemeinden etc. übertragen, wo Breitbandressourcen und digitale Screens oder Beamer vorhanden sind. Daneben können Schüler*innen in diesen Räumen auch ihre Hausaufgaben machen und online mit den Lehrer*innen in Kontakt treten. In den meisten Fällen werden diese abgesetzten Räume mindestens eine Aufsicht brauchen. Wir denken, dass Schulen auch hierfür Lösungen finden, z. B. ehrenamtliche Hilfe von Eltern organisiert durch die Klassenpflegschaften, Menschen, die ein soziales Jahr machen oder andere Freiwillige.

Das Modell kann auch als Notfall-Modell „betrieben“ werden, bei dem grundsätzlich alle Schüler*innen zu Hause online unterrichtet werden und nur die Schüler*innen in den Präsenzmodus kommen, für die das z.B. bei sehr hohen Infektionszahlen im Sinne eines Notfalls erforderlich wäre, z. B. bei Kindern von Eltern in systemrelevanten Berufen.

Wie gesagt: Es geht um Lösungen ab der 7. Klasse. Die Schüler*innen brächten für den digitalen Unterricht in den Konferenzräumen daher keine Betreuung, zusätzlicher Personalaufwand entsteht nicht. Die Räume müssten angemietet werden. Da ab November aber der Umsatzausfall auch für die Anbieter von Konferenzräumen zu 75 kompensiert werden soll, müsste die öffentliche Hand nur noch ein Viertel der Deckungslücke tragen. Dies könnte auch ein Beitrag zur Stabilisierung dieser Branchen sein.

Konsequent durchgedacht können mit diesen beiden Ansätzen für alle Schüler*innen ab der 7. außerhalb der Sonderschulen eine Halbierung des Unterrichtes umgesetzt werden. Wenn Sie hier einen Fehler erkennen, melden Sie sich gerne. Wir entwickeln den Ansatz dann gerne weiter.

Unserer Ansicht nach bräuchte es die anderen Modelle nicht. Wir möchten Sie dennoch kurz vorstellen unter „Analoge Modelle“.

Analoge Modelle

Analoge Ansätze beruhen nicht auf einem Parallelbetrieb von Online- und Präsenzunterricht, sondern auf einem rollierenden Präsenzunterricht, bei dem die Klassen halbiert werden und nach (hier sind die Ansätze verschieden) 1 oder 2 Schultagen oder einer Schulwoche jeweils die andere Hälfte der Schüler in den Präsenzunterricht kommt. Außerhalb des Präsenzunterrichtes erledigen die Schüler*innen dann Hausaufgaben, lernen eigenständig z. T. unterstützt durch Lehrer*innen. Das erinnert an die Homeschooling-Modelle aus dem ersten Lockdown. Mittlerweile haben Lehrer*innen mehr Erfahrung in der digitalen Betreuung über Social-Collaboration-Tools oder die Einbindung von Lehrinhalten aus dem Netz, so dass Homeschooling besser als im 1. Lockdown „laufen“ sollte.

Nachteile dieser Ansätze sind allerdings, dass anders zu o. g. Modellen keine durchgängige Betreuung für die betreuungsintensiven Bereiche gewährleistet werden kann und Lehrer*innen deutlich stärker gefordert sind und Schüler*innen in den Phasen außerhalb der Schule mangels ausreichender Interaktivität abgehängt werden können. Für uns sind die hybriden Ansätze klar zu bevorzugen.

Eine weitere Möglichkeit ist, den Präsenzunterricht komplett in Räumlichkeiten von Konferenzanbietern zu verlagern, wo ein Unterricht komplett in Präsenz unter Einhaltung des Mindestabstands durchgeführt werden kann. Für Schulen, wo solche Möglichkeiten bestehen, kann das auch eine Überbrückungslösung sein.

Grundschulen, Sonderschulen und Lösungsideen für die 5. und 6. Klassen der weiterführenden Schulen

Für Grund- und Sonderschulen sehen wir keine Alternative zum vollen Präsenzunterricht. Allerdings erwarten wir, dass dieser Unterricht mit Luftfiltern und Maskenpflicht sicherer gemacht wird. Für die 5. und 6. Klassen der anderen weiterführenden Schulen kann man darauf hoffen, dass in dem Alter die Kinder wie in den Kitas auch keine große Rolle in der Verbreitung des Virus spielen und den Präsenzunterricht wie bisher dort weiterführen.

Vielleicht können auch diese Klassen halbiert werden, indem man Lehrer aus den höheren Klassen „abzieht“ und den Anteil des Online-Unterrichts ab 7. Klasse erhöht durch Zusammenlegung von Klassen/Kursen. Oder man halbiert die Klassen, schafft Raumkapazitäten in den Schulen durch Erhöhen des Online-Unterrichts und überträgt soweit wie möglich innerhalb der Schulen den Unterricht. In den abgeteilten Klassen könnten dann Aushilfskräfte für eine Betreuung eingestellt oder aus der Elternschaft gefunden werden.

Wie gesagt: Kommentieren Sie das gerne, wo Sie Ideen haben, die das Thema voranbringen können, schreiben Sie uns auch gerne!

 

 

Montag, 16. November 2020

Unsere Ausschreibung für die Positionen der 16 Kultusminister

Die Unzufriedenheit mit der Bildungspolitik und den Kultusministern ist groß. Die Welt ändert sich rapide und die Corona-Krise offenbart die Schwächen und Strukturfehler im System und dass die handelnden politischen Akteure überfordert sind. Wir haben uns daher überlegt, welche Anforderungen heute an die Position eines Kultusministers gestellt werden müssten. Da liegt es doch nahe, diese Anforderungen im Wege einer (fiktiven) Ausschreibung zu formulieren. Wir möchten hier einen Impuls setzen, mit dem wir die hohe Verantwortung dieser Position und die Handlungsnotwendigkeiten deutlich machen. Natürlich ist das unsere subjektive Auffassung und wir freuen uns auf Ihr Feedback dazu. Fragen Sie sich gerne auch, ob die aktuell handelnden Akteure den hier beschriebenen Anforderungen genügen. 

 




Kultusminister (w/m/d)

Die 16 Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland besetzen herausragende Top-Positionen neu im Zuge der Neuausrichtung ihrer Bildungspolitik, der Verwaltungsstrukturen und zur Begründung einer neuen Führungskultur.

Gesucht werden die Kultusminister (w/m/d) in allen 16 Bundesländern

1.      Wer wird sind

Die Kultusminister*innen in den Bundesländern verantworten in der föderalen Struktur der Bundesrepublik die Qualität, Ausrichtung und strategische Weiterentwicklung der Bildungspolitik in den jeweiligen Bundesländern. Sie leiten die Bildungsministerien und steuern politisch die nachgelagerten Behörden sowie Kitas, Schulen und Universitäten. Ihnen kommt eine herausragende Bedeutung zu, da eine zukunftsfähige, qualitativ hochwertige Bildung die wichtigste Ressource für den Standort Deutschland ist.

2.      Ihre Aufgaben

Als Kultusminister entwickeln Sie politische Konzepte, Lösungen für die drängenden Probleme im deutschen Bildungssystem und setzen diese zeitnah um:

·         Angefangen von einem Renovierungsstau vieler Gebäude, über eine zu schlechte Qualität der schulischen Bildung (dokumentiert durch Mittelplätze in den PISA-Studien), gravierenden Rückständen in der digitalen Ausstattung der Schulen und Universitäten und den wenig entwickelten digitalen Kompetenz der Lehrer*innen und Professor*innen.

·         Zukunftsfähigkeit bedeutet auch, auf allen Bildungsebenen stärker in MINT-Qualifikationen zu investieren.

·         Neben der Zukunftssicherheit der Schulen ist die deutliche Erhöhung der Chancengleichheit in der Bildungspolitik ein gleichwertiges Ziel dieser Position.

·         Daneben sind Sie verantwortlich für die Neuorganisation Ihres Ministeriums, der nachgelagerten Behörden und der Steuerung der Kitas, Schulen und Universitäten. Ziel der Neuorganisation ist die Stärkung der Entscheidungsfreiheit und Agilität in Kitas, Schulen und Universitäten.

·         Ausgelöst durch eine falsche Politik in der Corona-Krise gilt es, das Vertrauen insbesondere in die Schulen und Kitas als Arbeitgeber wiederherzustellen und eine motivierende Führungskultur zu fördern, damit perspektivisch die Berufe als Lehrer und Erzieher (wieder) attraktiv werden.

3.      Das sollten Sie mitbringen

Sie verfügen über einen akademischen Abschluss in einem MINT-Studienfach oder Wirtschaftswissenschaften. Sie haben in ihrer Karriere bewiesen, dass Sie Organisationen bzw. Unternehmen transformiert haben und verfügen über eine langjährige Erfahrung im Changemanagement. Idealerweise haben Sie erfolgreich Krisen in Unternehmen oder Organisationen gemanagt. 

Als strategischer Kopf erkennen Sie, mit welcher Strategie Sie die o. g. Aufgaben erfolgreich angehen und als umsetzungsstarker Treiber mit passenden Maßnahmen zielgerichtet und schnell durchsetzen.

Als Führungskraft sind Sie empathisch und authentisch in der Kommunikation. Sie überzeugen durch Ihre Wertorientierung und sind daher in der Lage, ein attraktives Zukunftsbild der Arbeitsplätze in Kitas, Schulen und Universitäten glaubwürdig zu vermitteln.

Als Profi im Umgang mit Stakeholdern gelingt es Ihnen, die verschiedenen Interessengruppen in die Entwicklung des Zukunftsbildes einzubinden. Auch die Mitarbeiter*innen im Kultusministerium, den nachgelagerten Behörden, Kitas, Schulen und Universitäten erwarten eine glaubwürdige Führung in dieser Neuausrichtung. 

 

Ihre Chance in einem Ministerium von herausragender Bedeutung  

Wir verlangen viel von Ihnen, die Herausforderungen sind groß. Als intrinsisch motivierte Persönlichkeit reizt Sie genau das und die Möglichkeit, die Neuausrichtung für einen imminent wichtigen Bereich der deutschen Gesellschaft zu gestalten.

Eine gutes Vergütungspaket mit der Möglichkeit einer attraktiven Altersabsicherung rundet dieses Angebot ab.

Richten Sie Ihre Bewerbung bitte direkt an den Ministerpräsidenten der jeweiligen Länder.


Neue Schulpolitik: Schulen befreien, Länder entmachten, Regelungskompetenz zum Bund - unsere ausführlich Analyse

Bildung ist unsere wichtigste Ressource, unsere einzige und die Corona-Zeit hat auch insbesondere in der Schulpolitik gravierende Fehlentwic...

Unsere beliebtesten Posts